Zerstört das Schönheitsideal die Diversität?

„In zehn Tagen zur Traumfigur“, „Schlank im Schlaf“ oder „Aussehen wie die Stars“ – Schlagzeilen wie diese springen uns täglich von den Titeln moderner Publikumszeitschriften ins Auge. Besonders in den Medien, allen voran im Fernsehen und im World Wide Web, werden wir immer wieder mit den Schönheitsvorstellungen unserer Gesellschaft konfrontiert. Schönheit ist zu einer einheitlichen Wertvorstellung geworden. Wo bleibt da die Vielfalt?

Ein Kommentar von Julia Poggensee

Wer schlank oder durchtrainiert ist, erhält Anerkennung. Und nur wer von anderen Menschen anerkannt wird, dem steht Erfolg zu – so wird es uns vermittelt. Daher wundert es nicht, dass einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge rund 53 % der Frauen und 44 % der Männer in Deutschland mit ihrer Körperfigur unzufrieden sind. Aber tragen wir nicht eine Mitschuld an dem allseits propagierten Idealbild? Es gibt genug Menschen, die Unmengen an Geld fürs Fitnessstudio, für vermeintlich schlankmachende Smoothies oder Light-Produkte ausgeben. Doch vergessen viele dabei, dass sie nur Marionetten von nach Gewinn strebenden Unternehmen sind. Aber auch wer nicht in die Falle der Lebensmittelindustrie tappt, kommt an dem Schönheitsideal nicht vorbei.

Wer sagt uns, was „schön“ ist?

Egal ob in der Tagesschau, in TV-Shows oder in der Werbung – überall plakatieren große, schlanke Menschen die gesellschaftlichen Maßstäbe. Und wir folgen dem Druck, sich der Masse anzupassen. Wer von der Norm abweicht, wird ausgegrenzt – so scheint es. Die Diversität geht dadurch nach und nach verloren. Nur Mutige trauen sich, aus ihren alten Bahnen auszubrechen. Fragen wir uns einmal selbst: Was ist das für ein Leben, das von Normen und Trends gelenkt wird? Und vor allem: Wollen wir so leben? Wir sollten uns weniger Gedanken darüber machen, was andere Menschen über uns denken. Was macht es schon, ein paar überschüssige Kilos zu haben oder nicht die neuesten Nikes zu tragen? Jeder ist einzigartig und dazu können wir auch stehen. Es wäre doch langweilig, wenn jeder Mensch gleich aussehen würde, die gleichen Vorstellungen hätte. Natürlich gibt es immer Menschen, die sich allen Trends widersetzen. Aber ehe wir uns versehen, zerstört das Schönheitsideal die Diversität.

 

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