Studi-Stereotype oder: Überleben auf dem Campus

Woran erkennt man einen BWL-, KuWi-, Uwi- oder Indi-Studierenden? Dieser Guide verrät es euch!

Die Vorlesungszeit an der Leuphana hat begonnen und auch ihr, liebe Erstis, stürzt euch (mehr oder weniger freiwillig) todesmutig in das Getümmel aus Hörsälen, Seminaren und vor allem unterschiedlichen Studis. Das Spektrum der Bachelorstudiengänge und ihrer Student*innen ist breit und so entdeckt ihr Diversität ab jetzt wohl jeden Tag in eurem Unialltag. Damit ihr dafür gewappnet seid, findet ihr hier einen Guide über die – zugegebenermaßen überspitzten – Klischees der Studierenden unterschiedlicher Studiengänge.

BWL, VWL und International Business Administration and Entrepreneurship

 Die Autorin dieser Zeilen ist sich über die ungünstige Zusammenfassung dieser Studienfächer sehr wohl bewusst, sind doch gewisse Abneigungen füreinander bekannt. Von außen betrachtet gehören sie aber irgendwie alle in die Wirtschaftsrichtung. Böse Zungen behaupten ja immer wieder, sie selbst wüssten gar nicht so viel über ihre Studieninhalte, und es ginge lediglich darum, später mit allen Mitteln Geld zu scheffeln (Na gut, das gilt wahrscheinlich für die BWLer*innen am meisten). Optisch lassen sich die BWLer*innen jedoch definitiv von den VWLer*innen unterscheiden: So scheinen die BWLer*innen die Outfitfrage um einiges ernster zu nehmen als die Volkswirtschaftsexpert*innen: Perlenohrringe, Longchamp-Taschen und Marco-Polo-Hemden sind an der Tagesordnung. Fehlt nur noch dieser neumodische, englischsprachige Studiengang „International Business Administration and Entrepreneurship“: Ob und inwiefern sich diese sehr rare Spezies überhaupt von BWL unterscheidet, bleibt fraglich. Angeblich sollen sie sich für die Elite halten. Aber welcher Studiengang tut das nicht?

Rechtswissenschaften

 Wo wir gleich beim Thema wären: Rechtwissenschaftler*innen zeichnen sich zwar häufig durch ähnliche BWL-Erkennungsmerkmale aus, jedoch sollen sie den Gerüchten zufolge zusätzlich immer wieder eine Rolex ausführen. Selbstverständlich eignet sich das neueste MacBook Air neben den eifrigen Mitschriften in der Zivilrechtsvorlesung auch für einen schnellen Check der Frisur. In der Regel lassen sie sich als äußerst zielstrebig charakterisieren, denn auch sie wissen, dass ihnen mit ihrem Abschluss die Türen offenstehen. Leider nicht alle, denn an der Leuphana Universität Lüneburg studieren sie nicht auf Staatsexamen, sondern erhalten den „Bachelor of Law“. Ein gut gemeinter Tipp: Eine*n ReWi darauf anzusprechen, dass er oder sie später keine eigene Anwaltskanzlei leiten oder an Gerichtsverhandlungen der hohen Gerichte teilnehmen kann, ist keine gute Idee.

 Ingenieurwissenschaften & Wirtschaftsinformatik

Ingenieurswissenschaftlerinnen und Wirtschaftsinformatikerinnen sind vom Aussterben bedroht – beides sind männerdominierte Studiengänge. Viel mehr ist denjenigen, die auf dem Hauptcampus residieren, auch nicht über die Ingenieur*innen bekannt. Abgeschottet von der Außenwelt hausen sie in Volgershall und studieren das, was jedem KuWi ein Graus ist: Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik in Verbindung mit BWL. Klingt nach Spaß. Die Wirtschaftsinformatiker*innen gelten darüber hinaus sowieso als Nerds: Nachts brüten sie über den Plänen der (digitalen) Weltherrschaft, weswegen sie morgens in der Uni nicht immer allzu fresh aussehen. Aber: Gerüchten zufolge gehört ihnen die Zukunft.

Kulturwissenschaften, Politikwissenschaft & Digital Media

KuWis, PoWis und Digis: Auch diese Studiengänge sind wohl ähnlich genug, um sie an dieser Stelle zusammenzufassen. Man nehme etwas sozialwissenschaftliche Gesellschaftsanalyse und dazu einen Schuss geisteswissenschaftliche Textinterpretation und voilà, schon haben wir ein Studium, das nach der gängigen Meinung zum Taxifahren qualifiziert. Die kreativen Köpfe sprudeln vor guten Ideen, beziehen sich aber leider viel zu wenig auf ihre Zukunft. Wenn es dann eine Antwort auf die Frage gibt, dann reicht das Spektrum auf diese Zukunftsfrage von Popstar bis Radiosprecher*in. Ihre Optik ist schwer auf den Punkt zu bringen, Kleidungsstil und Frisuren sind so vielfältig wie die Studis selbst. Hipsterhemd und -brille gehören vor allem bei den viiiiiiielen KuWis zum #ootd.

Umweltwissenschaften

Die Umweltwissenschaftler*innen sind wohl die Studis an der Leuphana, die am meisten unter stereotypischen Klischees leiden: Es ranken sich Mythen um vegane Verschwörungen und nachhaltige Weltrettungspläne. Wie man bei dem Getümmel aus Dreadlocks und Haremshosen (für die Uninformierten unter uns: ja, SO heißen diese lustigen Hosen, deren Schritt bis zum Boden reicht) darauf kommt – man weiß es nicht. Die meisten Nicht-Uwis belächeln das Studium nur müde, haben sich aber vermutlich größtenteils nicht ein einziges Mal mit den Studieninhalten auseinandergesetzt. Denn nach einigermaßen seriösen Quellen bestehe eine Uwi-Vorlesung nicht (nur?) aus einer Yogastunde und anschließenden Morgengruß an Gras, Tiere und Bäume, sondern solle angeblich auch anspruchsvoll chemische Module beinhalten.

Studium Individuale

Für die Erstis und all‘ diejenigen, die sich schon immer gefragt haben, was das für eine Fachrichtung ist: Es ist praktisch keine. Die Indis sind quasi einfach zu cool (oder zu schlau, siehe NC), um sich auf eine Studienrichtung festzulegen. Sie studieren irgendwie alles und nichts, das aber mit höchster Motivation und – wer einmal eine*n getroffen hat, weiß, wovon die Rede ist – größter Überzeugung. Denn natürlich wissen sie, wie ihr selbst gebastelter Lebensplan aus Philosophie, KuWi und Uwi aussehen wird. Aber Achtung: Eine Debatte gegen einen Indi zu führen, erfordert Mut, Ausdauer und eine genaue Vorbereitung.

Lehramt

Buntstifte nach Farben sortieren, Mandalas ausmalen und das ABC auswendig lernen für die Klausur: Ja, die Klischees über Lehrämter sind ausgelutscht und gehässig. Die Motivationen, die (Bildungs?)Elite von morgen zu erziehen und zu formen, bewegen sich in die Richtung, wie sie die BWLer*innen vorgeben: Lehrämter*innen gehen kein Risiko ein, sie wissen, wo der Weg hingeht und lassen keine Überraschungen zu. Das ist ihr Erkennungsmerkmal in allen Lebenssituationen. Mit der unauffälligen Kleidung, der gut sitzenden Frisur und den großen Taschen oder Rucksäcken, mit denen sie auf ALLES vorbereitet sind, mutieren sie zum Traum jeder Schwiegereltern.

Psychologie (Grundlagen)

 Die GruPsys: Nachdem sich zunächst über diese neuartige Abkürzung echauffiert wurde, beginnt die Suche nach den Klischees der Psychologiestudierenden. Schnell fällt auf: Es gibt sie kaum. GruPsys fallen nicht auf, sie analysieren aus dem Stillen heraus das Wesen der Leuphant*innen. Keiner kennt sie richtig, was auch daran liegt, dass sie Herdentiere sind und sich ungerne von ihrem Rudel entfernen. Ob sie wirklich GruPsys sein möchten oder es zu einem klassischen Psychologiestudium nicht gereicht hat?

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