Ein Semester lang die Welt entdecken

Ob New York, Shanghai oder Helsinki – Erfahrungen in anderen Ländern zu sammeln, ist unter Studierenden total im Trend. So divers wie die Länder sind auch die Motivationen und die gesammelten Erfahrungen selbst.

Laut einer Studie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes hat jeder dritte Studierende im Laufe seines Studiums Erfahrungen im Ausland gesammelt. Die Möglichkeiten beschränken sich dabei nicht nur auf ein Auslandssemester, zu den scheinbar endlosen Möglichkeiten zählen unter anderem auch Praktika, Work and Travel und freiwillige soziale Projekte.

Einfach mal raus aus Lüneburg

Jedes Semester gehen nach Angaben des International Office mehr als 300 Studierende der Leuphana ins Ausland. Dazu zählen auch Anika Knösel-Hein (23) und Christoph Lüdemann (24). Anika studiert Kulturwissenschaften im 7. Semester und hat das Sommersemester 2016 an der Universität auf Teneriffa verbracht: „Ich wollte einfach mal raus aus Lüneburg – neue Erfahrungen sammeln und mein Spanisch verbessern.“ Da sie sich für eine Partneruniversität im europäischen Ausland entschied, nahm sie automatisch am Erasmusprogramm teil. Das Programm bietet viele Vorteile, darunter finanzielle Unterstützung und eine Anlaufstelle, die für die Studierende den ersten Bezugspunkt im neuen Land darstellt. Aber wie sieht das in der Praxis aus? „Mir war es wichtig, dass ich mich auch mit Spaniern anfreunde und nicht nur mit Leuten aus dem Programm abhänge“, erzählt sie mir. Das sei die Gefahr dabei – um die Kultur eines Landes wirklich erleben zu können, reiche es nicht, ‚einfach nur‘ das Land zu besuchen. Kontakt mit Einheimischen helfe, nicht nur die typischen Touristenorte kennenzulernen, sondern auch den wahren Charakter des Landes zu erfahren und ganz nebenbei die Sprachkenntnisse stetig zu verbessern.

Aufgeschlossenheit, Selbstständigkeit und Kommunikationsstärke

Welchen Gedanken haben Studierende, wenn sie beschließen ins Ausland zu gehen? Ist es das reine Streben nach unbekannten Kulturen, neuen Freunden und spannenden Roadtrips? Oder spielt vielleicht auch die Befürchtung eine Rolle, ohne Auslandsaufenthalt keinen guten Job zu bekommen?
Benjamin studiert auf Grundschullehramt und ist auch im 7. Semester. Er hat das ganze letzte Jahr in Ankara verbracht, ebenfalls mit dem Erasmusprogramm. Mit ihm rede ich über die berufsqualifizierenden Chancen, die er seinem Auslandsaufenthalt für später zuschreibt. Er grinst: „Eigentlich wollte ich ursprünglich nur ins Ausland, weil es irgendwie alle gemacht haben.“ Um erhöhte Jobchancen ging es ihm bei seiner Bewerbung also nicht primär. Trotzdem sei er der Meinung, dass Auslandserfahrungen in gewisser Weise als Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung gesehen werden könnten. „Das gilt zwar nicht für alle Branchen, aber ich glaube, dass die ‚soft skills‘, die man erwirbt, häufig von Arbeitgebern erwartet werden“, gibt er zu bedenken. Der gleichen Meinung ist auch Eva-Maria Voßhagen vom International Office. Zwar würde kaum ein Arbeitgeber direkt ausschreiben, dass Auslandserfahrungen ein Muss seien, aber die Schlüsselkompetenzen, die man dort erlangt, hingegen schon: Aufgeschlossenheit, Selbstständigkeit, Kommunikationsstärke, Toleranz oder, nicht zuletzt, gute Sprachkenntnisse.
Mehr als 70 Prozent der Studierenden haben während ihres Studiums mehr als drei Monate im Ausland verbracht, das ergab eine Langzeitstudie des Deutschen Zentrums für Hochschul- Und Wissenschaftsforschung. Es wird deutlich, wie groß der Anteil derer ist, die jene Erfahrung absolviert haben. Genauso wie Anika und Christoph kann man dabei viele persönliche Erfahrungen sammeln, aber auch gegebenenfalls die eigenen Berufschancen gegebenenfalls verbessern.

Zur Information:

Das International Office der Leuphana berät in gerne über alle Fragen zum Thema Ausland und Auslandssemester. Infos zu den verschiedenen Partneruniversitäten und –angeboten sowie Erfahrungsberichte findet man entweder in der Infothek vorne in Gebäude 8 oder online auf der Homepage der Leuphana.

Von Jana Kinastowski

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