BLASSERDÜNNERRATGEBER

Die Schule ist vorbei, das Abi geschafft, und ein Studium soll jetzt das Richtige für dich sein? Toll! Da kann man schon mal gratulieren. Damit dein Start ins richtige Leben aber nicht katastrophal in die Hose geht, solltest du dir fünf Minuten Zeit nehmen, um dir die folgenden Tipps anzusehen, die wir dir hier völlig gratis zur Verfügung stellen.

Gut geMEINTE (ja das Wort kommt von „Meinung“) Ratschläge von Daniel Popp und Haye Stein

WG-Leben

Neue Stadt, neue Leute, neue Wohnung. Das Wohnen in WGs gehört dabei zum Studium, wie Tiefkühlpizza zum Frühstück: Ist ziemlich geil, aber manche sind sich wohl einfach zu „schick“ dafür. Am besten du legst dir schnellstmöglich eine politisch radikale Meinung zu, um in regelmäßigen Debatten innerhalb des WG-Plenums gut mithalten und ausrasten zu können. Für die meisten Studierenden gilt hier die umgekehrte Straßenverkehrsordnung: links vor rechts.

Nach dem Konzipieren eines fairen Gesundheitswesens, einer funktionierenden Bildungspolitik und einer insgesamt gerechten (kommunistischen) Gesellschaft knurrt einem oft der Magen. Das gemeinsame Kochen ist hier eine Oase der Kreativität im sonst so grauen Unialltag. Dank Gerichten wie Nudeln (traumhaft), Expressreis (delikat) oder wahren kulinarischen Raffinessen wie Tütensuppe weiß man schnell, was man am gemeinsamen Kochen hat. Nicht nur beim Essen ist das Konstrukt „Mitbewohner*in“ jedoch eine Bereicherung, auch das Säubern der Küche oder der gesamten Wohnung läuft meist wie von selbst, auch ohne jegliche Organisation. Wohin es läuft soll hier nicht näher dargestellt werden, nur so viel sei verraten: nicht in Richtung Sauberkeit!

Hier noch ein Tipp zum Thema Wäsche: Feine oder dünne Stoffe nie bei zu hohen Temperaturen waschen und – um Gottes Willen – trennt Weiß- und Buntwäsche. Wenn ihr wirklich keinen blassen Schimmer vom Waschen habt, hier der letzte Ausweg: Mama fragen, das klappt immer.

Unialltag

Das Semester selbst sollte man immer ruhig angehen lassen. Eines ist dabei besonders wichtig: Veranstaltungen, die vor 10 Uhr beginnen, sollten gemieden werden. Bei den Dozenten, die schon um 8:15 Uhr etwas anbieten, handelt es sich um Trickbetrüger, die die Müdigkeit der Studierenden ausnutzen wollen. Da gibt’s aber was von Ratiopharm: Kaffee. Aber Obacht! Die meisten Kokain-Abhängigen haben in ihrem Leben vorher schon mal Kaffee getrunken. Das kann kein Zufall sein. Wenn du also abends Kaffee brauchst, um runter zu kommen, um einschlafen zu können, bist du vielleicht zu weit gegangen.

Im Studium dreht sich alles um Kontakte. Es ist vorteilhaft, eine*n Professor*in zu kennen. Es ist aber noch vorteilhafter, den*die eine*n Studierende*n zu kennen, der*die (dieses scheiß Gegender) immer alles mitschreibt. Gegen Ende der Semester werden nämlich die Notizen aus den Vorlesungen und Seminaren ein bisschen wie Sitzgurte – wenn’s holprig wird, retten sie dein Leben.

Nicht zuletzt gehört zum Studium auch eine gesunde Prise Doppelmoral. Du musst einfach alles, was du machst, für richtig halten, und alles, was die anderen machen, für falsch, sogar dann, wenn sie dasselbe machen wie du, weil du hast das zuerst gemacht. Unter Akademikern nennen wir das „Prinzipientreue“.

Party!

Das Wichtigste am Studium ist natürlich das Feierngehen. Partys sind der perfekte Weg, um Kontakte zu knüpfen, Spaß zu haben und Dampf abzulassen. Wie könnte man auch besser das hart verdiente Taschengeld investieren als in laute Musik, Übelkeit und Kopfschmerzen?
Damit ihr nichts verpasst, habt ihr hier eine kurze Übersicht: dienstags geht’s in den Salon Hansen, mittwochs ins Pesel, donnerstags in die Garage und freitags ins Vamos. Macht euch keine Sorgen um den Schlaf, den ihr verpasst, dafür gibt es schließlich Vorlesungen.

Klausuren

Früher oder später holt er euch ein – der Alptraum, der Terror: Klausuren (dramatische Pause). Um die totale Blamage zu vermeiden, gilt es, sich richtig vorzubereiten. Mit diesen Tipps im Hinterkopf ist der Notenschnitt so gut wie gerettet:

Lernt effizient. Am besten alles nur ein einziges Mal lesen, um nicht unnötig Zeit mit Wiederholungen zu verlieren. Um sicherzugehen, dass ihr es richtig macht, solltet ihr eure Bücher (Bücher? Guter Witz) und Notizen (welche Notizen?) umgehend entsorgen.

Auf Lücke lernen. Bei der Masse an Themen, die ihr im Semester behandelt habt, wird es wohl kaum eine Klausur geben, die zu allem Fragen stellt. Hier bietet es sich an, das unwichtigste Thema beim Lernen auszulassen. Wenn euch mehrere gleich unwichtig erscheinen, lasst sie einfach alle weg.

Zur richtigen Zeit anfangen. Den ganzen Lernstoff merken und verstehen – darum geht es beim Lernen. Wenn ihr aber zu früh im Semester anfangt, besteht die Gefahr, dass ihr bis zu den Klausuren wieder alles vergessen habt. Deswegen gilt: lieber später anfangen, als alles zweimal lesen.

Ein besonders effektives Mittel für die Klausuren ist auch, einfach mal lang und breit über die Professor*innen zu meckern. Das ist nicht nur perfekt zur Prokrastination, sondern macht als Gruppenaktivität auch noch richtig Spaß.

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