Esskultur: „Nächstenliebe geht durch den Magen“

„Viele Flüchtlinge wollen für die Hilfe, die sie in Deutschland erhalten, etwas zurückgeben“, glaubt Marius Fröchling. Mit der Initiative „Esskultur“, an der der 28-Jährige mit seiner Projektgruppe während der Startwoche arbeitete, möchte er ihnen genau diese Möglichkeit geben. Seine Idee ist, regelmäßig Dinnerabende in lokalen Restaurants zu organisieren, bei denen Deutsche und Flüchtlinge zusammenkommen. Dabei sollen sowohl Gerichte aus den Heimatländern der Flüchtlinge als auch typisch deutsche Gerichte auf der Karte stehen.

„Am wichtigsten ist uns, dass alle Teilnehmer sich wohlfühlen und einfach einen netten Abend verbringen“, sagt Fröchling. Die Veranstaltungen könnten zum Beispiel an den Ruhetagen der Restaurants stattfinden. Sie sollen die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen und anzunähern. „Nächstenliebe geht schließlich durch den Magen“, so Fröchling. Dass das Konzept an Sprachbarrieren zwischen den Teilnehmern scheitern könnte, glaubt er nicht: „Viele Flüchtlinge sprechen gut deutsch und können für andere Teilnehmer des Dinners übersetzen.“

Der Student der Wirtschaftspädagogik kann sich vorstellen, das Projekt auch nach der Startwoche weiter fortzuführen. Er und seine Gruppe wollen deshalb versuchen, Restaurants für ihre Idee zu begeistern und als Kooperationspartner zu gewinnen.

Finanziert werden soll das Projekt hauptsächlich über Spenden. „Auf finanzielle Unterstützung sind wir gerade in der Anfangsphase natürlich angewiesen“, so Fröchling. „Davon hängt auch ab, ob das Projekt in Zukunft eine Chance hat.“ Insgesamt hält er die Startwoche für eine gute Möglichkeit, innovative Ideen praktisch umzusetzen. „Statt eines rein unternehmerischen steht bei unserem Projekt der soziale Aspekt im Vordergrund“, sagt Fröchling. „Von diesem Konzept sollte der ein oder andere BWLer sich vielleicht mal eine Scheibe abschneiden.“

Von: Katharina Korbach

No Replies to "Esskultur: „Nächstenliebe geht durch den Magen“"