Eröffnung der Startwoche 2015 – „Das Lebenselixier Lüneburgs“

So viele junge Menschen wie an diesem Donnerstag Morgen dürften sich schon lange nicht mehr vor der St. Johanniskirche getummelt haben. 1500 Erstsemester beginnen im Oktober ihr Studium an der Leuphana und natürlich wollen die meisten sich die offizielle Eröffnungsveranstaltung nicht entgehen lassen. Eine gewisse Nervosität ist schon vor Beginn der Zeremonie spürbar. Schnell bilden sich kleine Grüppchen auf dem Vorplatz, wird sich vorgestellt und ausgetauscht. Ist das da vorne nicht Sascha Spoun? Was passiert eigentlich heute Nachmittag? Stimmt es, dass alle Reden auf Englisch gehalten werden?

„Wer nur an die Leuphana gekommen ist, um ein bestimmtes Zertifikat zu erwerben, ist hier eindeutig falsch“

Um kurz vor zehn Uhr öffnen sich dann endlich die Pforten von St. Johannis. Schnell sind die Bänke gefüllt. Wer keinen Platz mehr findet, hat die Wahl, entweder zu stehen oder die Veranstaltung auf einer Leinwand vor der Kirche zu verfolgen. Nach Grußworten von Christian Brei, Direktor für Universitätsentwicklung, sowie Professor Achatz von Müller, dürfen die Studierenden zunächst Universitätspräsident Sascha Spoun lauschen.

„Wer nur an die Leuphana gekommen ist, um ein bestimmtes Zertifikat zu erwerben, ist hier eindeutig falsch“, macht Spoun gleicht zu Beginn seiner Rede klar. Vielmehr gehe es im Studium darum, sich Wissen anzueignen und dieses dann konstruktiv umzusetzen. Deshalb sei die Startwoche auch kein „gemütliches Zusammenkommen“, sondern eine Gelegenheit, um unter dem Motto „Engage“ konkrete soziale Projekte in die Wege zu leiten. „Beim Studieren ist es wie beim Bergsteigen“, sagt Spoun. „Erstmal braucht man einen Guide, der einen anleitet.“ Auch an der Universität erhielten die Studierenden zunächst Unterstützung, um erfolgreich in ihre Studium starten zu können. Danach gehe es allerdings darum, Bekanntes hinter sich zu lassen und sich eigene Wege zu suchen.

Gespannte Zuhörer – (c) Lena Schöning

Gespannte Zuhörer – (c) Lena Schöning

„Die Zeit in Lüneburg hat mich verändert“

Die zweite Rede des Morgens hielt die zweite Oberbürgermeisterin von Hamburg Katharina Fegebank. Sie selbst hat von 2007 bis 2013 an der Leuphana gearbeitet und war als Projektleiterin unter anderem für die Organisation der damaligen Startwochen zuständig. „Die Zeit in Lüneburg hat mich und mein Denken verändert“, sagt sie. Die Entscheidung, die Leuphana  zu verlassen, um in die Politik zu gehen, sei ihr damals nicht leicht gefallen. „Trotzdem war dieser Schritt im Rückblick der Richtige“, sagt sie. „Ich möchte die Studierenden ermutigen, ähnliche Risiken einzugehen.“

Einen weiteren Schwerpunkt ihrer Rede legt Fegebank auf die Flüchtlingsproblematik. Sie sei positiv überrascht, wie viele Initiativen hamburger Studierende bereits in die Wege geleitet hätten. So seien innerhalb kürzester Zeit beispielsweise Willkommensveranstaltungen, Buddy Programme oder Sprachkurse für Flüchtlinge entstanden. „Dieses Engagement zeigt, dass Universitäten nicht nur Orte abstrakten Denkens sind, sondern vor allem auch das Potential haben,  konkrete gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken“, so Fegebank.

„Die Studierenden sind das Lebenselixier Lüneburgs“

Der Lüneburger Bürgermeister Eduard Kolles betont in seiner Ansprache vor allem den positiven Einfluss der Universität auf Lüneburg.  „Ohne die Leuphana wären wir eine vollkommen andere Stadt“, sagt er. „Ich würde sagen, die Studierenden sind so etwas wie das Lebenselixier Lüneburgs.“

Was aber ist bei den Erstis selbst von der Eröffnungszeremonie hängen geblieben? „Ich hatte den Eindruck, nicht nur als einer von vielen, sondern als Einzelperson wahrgenommen zu werden“, sagt der 19-Jährige BWL-Student Lukas Heitmann. Auch sein Kommilitone Sverre Brooksiek hat einen positiven Eindruck. „Besonders die Rede von Sascha Spoun wird mir in Erinnerung bleiben“, so der 21-jährige. „Das Studium ist vielleicht ein Berg, der nicht leicht zu erklimmen ist, aber ich freue mich trotzdem darauf.“ Diese positive Einstellung teilt auch VWL-Studentin Charlotte von Wulffen. „Nach heute morgen ist die Aufregung bei mir zwar einerseits noch gestiegen“, meint die 19-jährige Hamburgerin. „Auf der anderen Seite freue ich mich jetzt umso mehr auf die nächsten Wochen und bin bereit, ins erste Semester zu starten.“

Von: Katharina Korbach

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